Die rechte Gehirnhälfte aktivieren


"Power Point" - für viele Konferenzteilnehmer klingen diese zwei Worte wie eine Drohung. Sie stehen für endlose Foliensätze, für unkreative Wortwüsten, für sich nicht Entscheiden können zwischen Lesen und Zuhören, für Langweile und sehr oft auch für Frust. Wenn bei einer Veranstaltung mehrere Referenten nacheinander mit "Power Point" präsentieren, können Zuhörer sogar aggressiv werden. Oder sie schalten komplett ab.

Fakten-Geballer überfordert

Der einfache Grund: Die linke Gehirnhälfte der Zuhörer ist vom ganzen Fakten-Geballer der Präsentationen sehr schnell überfordert. Zwar ist die linke Gehirnhälfte für die Logik zuständig. Sie ordnet und analysiert. Mit ihr schreibt und liest der Mensch. Mit ihr löst er mathematische Aufgaben. Damit scheint sie eigentlich wie geschaffen für das Aufnehmen von "Power-Point-Fakten". Doch die linke Gehirnhälfte kann nur sieben Informationen pro Sekunde verarbeiten, haben Wissenschaftler herausgefunden. Ganz schnell ist sie also an ihrer Kapazitätsgrenze.

Rechts regiert das Chaos

Was heißt das nun fürs Präsentieren? Ganz einfach: Eine gute Präsentation muss viel mehr die rechte Gehirnhälfte der Zuhörer ansprechen. Sie darf diese nicht - wie in so vielen "Power-Point-Präsentationen" - einfach links liegen lassen! Denn die rechte Gehirnhälfte kann bis zu 10.000 Informationen in der Sekunde verarbeiten! Da hat der Referent viel Spielraum, ehe der Reizüberflutungsfrust bei seinem Publikum einsetzt. Die rechte Gehirnhälfte ist chaotisch und kreativ. Sie verarbeitet alles Nonverbale, liebt es emotional, intuitiv, phantastisch, bildhaft, haptisch, musikalisch.

Präsentieren für die Sinne

Ein guter Referent versucht deshalb, möglichst viele Sinne seiner Zuhörer anzusprechen. Zumindest beim Geschmackssinn oder Geruchssinn wird es vor einem großen Auditorium schwierig. Aber er kann durch Elemente des modernen Storytellings ja bestimmte Bilder, Gefühle, Eindrücke im Kopf der Zuhörer hervorrufen. Er kann beispielsweise auch Produkte, um die sich seine Präsentation dreht, herumreichen. Damit die Zuhörer erfühlen können, worum es geht. Ein guter Referent arbeitet mit musikalischen Akzenten, mit Videoclips, auch mit spontanen Visualisierungen auf einer Flipchart. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Er guter Referent drängt "Power Point" zurück. Nach dem Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Seine Zuhörer werden es ihm danken und diese Präsentation so schnell nicht wieder vergessen.

Autor

BMTD

Daniel Baumbach

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