BMTD-Blog: Weltklasse nach dem Spiel


Die Reaktionen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem frühen WM-Aus

Stefan Klager, 28.06.2018


Spieler-Statements / Bildquelle: ZDF-Mediathek

Fußball-Deutschland ist geschockt. Der Weltmeister beendet die WM 2018 abgeschlagen auf dem letzten Gruppenplatz in der Vorrunde. Die meisten sind sich einig: Das war ein trauriges Gekicke. Das Ausscheiden war folgerichtig, nach dem, was auf dem Platz passiert ist, oder besser: nicht passiert ist.

Und was ist nach dem Abpfiff los? Da laufen die Ex-Weltmeister zur Hochform auf – und zwar in der Disziplin, die kaum einem Fußballspieler liegt: Das Interview danach. Hier brillieren sie, egal ob Mats Hummels, Manuel Neuer, Samy Khedira oder Thomas Müller: Sie finden glasklare Worte, gehen in die harte Analyse und sparen nicht an Selbstkritik. Da heißt es „Unsere Bereitschaft war nicht groß genug.“ (Neuer), „fahren verdient nach Hause“ (Kroos) oder „peinliche Vorstellung“ (Müller). Keiner schiebt es auf die Sommerhitze in Kasan, keiner versucht eigene Schwäche mit Fehlern beim Gegner zu erklären, keiner sucht Ausflüchte. Auch Mimik und Gestik sprechen eine klare Sprache: Die Jungs sind tief enttäuscht. Von sich selbst. Und sie formulieren es auch so. Authentisch.


Spieler-Statements / Bildquelle: ZDF-Mediathek

Dieser ehrliche Umgang mit einem schwierigen Thema schafft Authentizität und Glaubwürdigkeit. Es wirkt entwaffnend. Alle Interviews, die direkt nach dem historischen WM-Aus einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft geführt werden sind alles andere als stichelig, attackierend oder angreifend. Egal ob Field-Reporter oder die Moderatoren im Studio – sie führen die Interviews „leise“, fast mitfühlend. Und dass diese kommunikative Deeskalation gelingt, liegt an dem authentischen Auftreten der Spieler in den Interviews. Das könnte die Gemüter beruhigen, weil jeder sieht: Die Mannschaft weiß, dass sie Bockmist gebaut hat – und die Spieler sind bereit, die Konsequenzen zu tragen. Selten wird so oft formuliert: „Ich übernehme die Verantwortung.“ Das ist stark und hat seine Wirkung auf die Fangemeinde. Fußball-Deutschland ist enttäuscht, aber nicht überaus wütend. Danke, Jungs, das war weltmeisterlich – wenn auch nicht auf dem Platz so zumindest in der Kommunikation. Und davon können viele Top-Manager lernen. Ehrlichkeit und Authentizität wirken nachhaltiger als das Zünden von Nebelkerzen und der Versuch, von eigenem suboptimalem Verhalten abzulenken.

Der BMTD ist unabhängig, überparteilich und ausschließlich der professionellen Kommunikation verpflichtet. Die Auswahl der Interviewpartner und ihrer Zitate sowie die entsprechenden Bewertungen erfolgen ausschließlich nach den BMTD-Empfehlungen für einen erfolgreichen Auftritt und sind deswegen kein Ausdruck einer politischen Richtung.

Autor

BMTD

Stefan Klager

Kontakt: www.Der-Kommunikations
Coach.de

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