SPD-Vorsitz – Wer will nochmal, wer hat noch nicht?


Über einen durchaus gelungenen Tagesschau-Auftritt der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange

Dr. Katrin Prüfig, 14.02.2018

Simone Lange im Nachrichtenprogramm Tagesschau24

„Simone – wer?“, dürften sich viele in diesen Tagen fragen, wenn sie in den Nachrichten den Namen Simone Lange hören. Seit 15 Jahren ist die Politikerin in der SPD aktiv, hat es von der Schriftführerin im Ortsverein zur Oberbürgermeisterin in Flensburg gebracht. Und trotzdem – ausgerechnet sie will es mit Andrea Nahles aufnehmen? Mit der Nahles, die in der Bundespolitik schon praktisch alles erlebt hat und auf der Klaviatur der Medienkontakte souverän spielt, mal mit, mal ohne Stimme?

Entsprechend gespannt war ich auf das Schaltgespräch von Simone Lange im Nachrichtenprogramm Tagesschau24.

Auf den ersten Blick wirkt sie eher unscheinbar und zurückhaltend, zugleich fröhlich und wach. Jedenfalls nicht wie eine verbissene Krawallnudel, die ihre Partei implodieren lassen will. Die Frisur unauffällig, der Blazer okay, der Schmuck gerade noch dezent genug. (Für das Logo von Flensburger Bier im Hintergrund kann sie nichts, da muss mal einer im NDR-Studio Flensburg die „Klüsen“ aufmachen und genauer hinschauen.)

Simone Lange

Um es in einem Satz zu sagen: Simone Lange macht fast alles richtig. Sie steht ruhig und solide. Sie schaut zu 100 Prozent in die Kamera, der Blick schweift nicht ab. Ihre Antworten haben eine gute Länge, das Sprechtempo ist angemessen dynamisch, aber nicht zu schnell. Es gelingt ihr sogar, an einigen Stellen zu lächeln. Das nimmt ihrem Auftritt jegliche Verbissenheit und in Teilen auch das Kämpferische.

Die naheliegenden Fragen der Moderatorin beantwortet sie souverän, mit eigenen Botschaften. Ein Beispiel:

Frage: Glauben Sie, dass Sie gute Chancen haben, wenn Sie gegen Andrea Nahles antreten?
Lange: Ich trete zu allererst nicht gegen jemanden an sondern FÜR. Für die Werte der Sozialdemokratie in Deutschland. …

Etwas dünn fällt die Antwort auf die Frage aus, was sie denn qualifiziert für den Posten der Bundesvorsitzenden? Da spricht sie von Erfahrungen, die sie gesammelt hat, davon, dass sie nicht tatenlos zusehen und nicht nur Kritik üben will. Das ist, mit Verlaub, typisch Frau. Bloß nicht zu sehr die eigenen Stärken benennen.

In Summe aber ein sehr überzeugender, sympathischer und entspannter Auftritt. Vielleicht sieht man sie ja künftig häufiger.

Der BMTD ist unabhängig, überparteilich und ausschließlich der professionellen Kommunikation verpflichtet. Die Auswahl der Interviewpartner und ihrer Zitate sowie die entsprechenden Bewertungen erfolgen ausschließlich nach den BMTD-Empfehlungen für einen erfolgreichen Auftritt und sind deswegen kein Ausdruck einer politischen Richtung.

Autorin

BMTD

Dr. Katrin Prüfig

Kontakt: www.die-medientrainer.de

Weitersagen!

Empfehlen Sie diesen Artikel:


Besuchen Sie den BMTD auch auf Facebook